Handlungslinie 56: Neue Formen des Zusammenlebens anerkennen

Rund die Hälfte der Frankfurter Haushalte sind Einpersonenhaushalte, etwa zwölf Prozent sind Paare mit Kindern. Das klassische Bild der 'Zwei-Kinder-Familie' wie auch das gängige Klischee einer Großfamilie von Migrantinnen und Migranten entsprechen nicht mehr der in Frankfurt typischen Realität. Dass sich nachfolgende Generationen aus gewohnten Zusammenhängen lösen, ist für sie selbst und ihr Umfeld bisweilen schwierig. Wir wollen dazu beitragen, dies als normalen Vorgang zu verstehen und sich verändernde Bedürfnisse unserer Einwohnerinnen und Einwohner berücksichtigen: In Städten prägen sich neue und unkonventionelle Formen des Zusammenlebens und gemeinschaftlichen Wohnens früher und besonders aus. Deswegen sind Städte attraktiv für kreative Milieus, um deren Innovationskraft und Leistungsfähigkeit Frankfurt mit anderen Standorten in Deutschland und international konkurriert. Besonders jüngere Generationen stellen neue Erwartungen an Berufswege und Lebensgestaltung, auf die wir uns einzustellen haben. Auch der wirtschaftliche Wandel befördert und erzwingt flexiblere und unterbrochene Erwerbsbiographien, die in der Stadtentwicklung, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu berücksichtigen sind. Durch neue Möglichkeiten der Kommunikationstechnik entwickeln sich auch virtuelle Netzwerke, die wir durch eigene Angebote unterstützen und als Umfeld wirklicher Begegnung nutzen wollen.