Für Jüdinnen und Juden weltweit beginnt am Abend des 11. Septembers das Neujahrsfest: Rosch ha-Schana wird mit vielen Traditionen begangen und ist von Hoffnung geprägt.
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration, sagt: "Ich wünsche allen, die Rosch ha-Schana feiern, ein gutes, friedliches und süßes neues Jahr. Rosch ha-Schana steht für Neuanfang, Umkehr und Hoffnung. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, jüdisches Leben in unserer Stadt zu stärken und sichtbar zu machen. Jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu Frankfurt. Ich wünsche uns allen ein Jahr, in dem jüdisches Leben sicher, sichtbar und gleichberechtigt seinen Platz in unserer Stadt hat. Schana Tova u-Metuka."
Anlässlich von Rosch ha-Schana erleuchtet an der "Seufzerbrücke", dem Übergang zwischen Römer und Kämmerei, eine Woche lang der Schriftzug "Schana Tova". Zum zweiten Mal nimmt die Stadt Frankfurt das Fest zum Anlass für eine öffentliche Illumination.
Zum Beginn der Illumination am Donnerstagabend, 10. September, begrüßte Tina Zapf-Rodríguez vor Ort im Namen des Magistrats die Gäste: "Wenn hier am Römer 'Schana Tova' leuchtet, dann sagen wir als Stadt ganz bewusst: Wir sehen jüdisches Leben. Wir hören jüdische Stimmen. Und wir wollen, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu Frankfurt gehört. Das ist ein kleines Zeichen, aber ich finde, es ist ein wichtiges. Gerade weil wir wissen, was jüdische Menschen in dieser Stadt erleben mussten. Und gerade weil wir wissen, dass jüdisches Leben auch heute nicht überall selbstverständlich und sicher ist."
Marc Grünbaum, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde, sagte: "Im vergangenen Jahr haben wir mit der Beleuchtung zu Rosch HaSchana eine gute Tradition begründet und ein starkes Zeichen für das jüdische Leben in Frankfurt gesetzt, um jüdische Tradition und Vielfalt sichtbar zu machen. Frankfurt ist die einzige Stadt mit einem Gruß zum jüdischen Neujahr und unterstreicht damit, dass sie eine Stadt des Miteinanders ist, in der die jüdische Gemeinschaft ihren festen, sichtbaren Platz hat und sie jüdisches Leben sicher und selbstbewusst gestalten kann. Wir danken der Stadt und insbesondere Stadträtin Zapf-Rodríguez für dieses klare Bekenntnis. Möge das neue Jahr Frieden, Zuversicht und Zusammenhalt für uns alle in Frankfurt bringen. Schana Tova u’Metuka, ein gutes und süßes neues Jahr."
Weitere Grußworte sprachen Rabbiner Avichai Apel und Nura Froemel, Vorsitzende des Rats der Religionen. Sie sagte: "Diese Lichter zeigen, was Frankfurt ausmacht: Jüdisches Leben ist sichtbar, lebendig und selbstverständlicher Teil unserer Stadt – und es ist unser aller Verantwortung, dafür einzustehen, dass das so bleibt." Rabbiner Julian-Chaim Soussan gestaltete die Illumination mit einem Gebet.
Rund 80 Gäste feierten gemeinsam den Beginn des neuen jüdischen Jahres. Unter den Mitfeiernden waren auch Vertreter anderer Religionsgemeinschaften, darunter der christlichen Kirchen, der muslimischen Gemeinde und der Bahá’í-Gemeinde.
Frankfurt blickt auf eine lange und vielfältige jüdische Geschichte und Gegenwart zurück. Heute leben Jüdinnen und Juden mit unterschiedlichen religiösen Ausrichtungen und Hintergründen in der Stadt. Anlässlich von Rosch ha-Schana kommen viele Gläubige zum Gebet und zur Feier des Neujahrsfestes in den Synagogen und Gemeinden zusammen. Die größte, die Westend-Synagoge, hat die Pogromnacht und die folgenden Jahre im Nationalsozialismus überdauert, wenn auch stark beschädigt. Von 1988 bis 1994 wurde sie originalgetreu renoviert.
Das jüdische Neujahrsfest läutet die zehn Tage der Reue und Umkehr ein, die an Jom Kippur – dem höchsten jüdischen Feier- und Fastentag – enden. Nach dem jüdischen Kalender beginnt an Rosch ha-Shana das Jahr 5787.