Ein Banner mit der Aufschrift "Frankfurt ist queer" hängt seit Montag, 15. Juni, wieder gut sichtbar über dem Eingang zum Römerberg. Es weist auf den Pride Month hin, den die Stadt Frankfurt zum vierten Mal organisiert. Das Motto lautet dieses Mal "Out loud. Out Proud! – Sichtbarkeit braucht Mut". Details des Programms stellte Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern vor.
Hier geht's zum Programm des Pride Month Frankfurt.
Insgesamt sieht der Pride Month in diesem Jahr 40 Veranstaltungen vor, die gemeinsam mit 20 Kooperationspartnerinnen und -partnern entwickelt wurden. Dafür steht aus dem Dezernat Bürgermeisterin, Diversität, Antidiskriminierung und gesellschaftlicher Zusammenhalt ein Budget von 50.000 Euro zur Verfügung. „Es ist ein vielfältiges Programm, das queeres Leben in all seinen Facetten sichtbar macht – bunt, stolz und engagiert“, sagte Eskandari-Grünberg. Der Pride Month wie auch der kürzlich beschlossene „LSBTIQA* Aktionsplan: Schutz, Akzeptanz und Vielfalt“ seien auch deshalb wichtig, weil die Gewalt gegen queere Menschen zuletzt wieder zugenommen habe. „Deshalb ist es wichtig, dass wir uns diesen Themen einen ganzen Monat lang widmen.“
Ein besonderer Schwerpunkt liege in diesem Jahr auf Events in elf Stadtteilen, sagte Eskandari-Grünberg. "Von Bockenheim über das Gutleutviertel, von Griesheim bis nach Bornheim. Queeres Leben wird so in ganz Frankfurt erfahrbar und sichtbar, damit sich niemand in dieser Stadt für seine Identität verstecken muss. Frankfurt ist auf einem guten Weg zur queeren City."
Das Programm reicht von Club- und Bar-Events, Lesungen, Filmreihen, Podien, Workshops über das Community-Fest in der Alten Gasse bis hin zu Info-Aktionen auf Wochenmärkten, Bildungsangeboten in Schulen, der Erstellung von Awareness-Konzepten im Clubkontext und Regenbogenfamilien-Erzählcafes.
Organisiert wird der Pride Month von der Stabsstelle Antidiskriminierung im Dezernat Bürgermeisterin, Diversität, Antidiskriminierung und gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie von der Koordinierungsstelle LSBTIQ* im Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA). Harpreet Cholia, Leiterin der Stabsstelle, wies darauf hin, dass der Pride Month weiter wächst: "Immer mehr Vereine und Menschen beteiligen sich mit eigenen Ideen." Der Schutz queeren Lebens bilde in diesem Jahr einen Schwerpunkt. Sichtbarkeit allein reiche nicht, nötig seien ebenso Schutz und Teilhabe.
"Ich bin das ganze Jahr über ein Banner", sagte die Drag-Künstler:in Maxima Love. Die Aufmerksamkeit, die der Pride Month schaffe, sei sehr wertvoll. "Es müssen aber mehr Orte gesichert werden, auch außerhalb des Regenbogenviertels."
Über Schutz und Sichtbarkeit queerer Menschen in der Clubszene sprach Julia Meier vom Club Cherry, die im Pride Month Workshops für FLINTA*-DJs anbietet. Der Verein Aba beteiligt sich mit mehreren Filmabenden zur queer-lateinamerikanischen Szene, berichtete Adriana Maximino dos Santos. Carsten Gehrig von der Aids-Hilfe betonte, es sei "unheimlich wichtig, dass der politische Wille für den Schutz queeren Lebens da ist". Derzeit müsse die Szene „für Rechte eintreten, die über Jahrzehnte erkämpft wurden“.