Detektivin der Ankommergesellschaft - Filme von Hatice Ayten
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Auf beeindruckende Weise sind Hatice Aytens Filme nicht gealtert. Was sie sagen und zeigen, bleibt zum Fürchten aktuell. Ihre Filme wurden durch unzählige Filmprogramme, Retrospektiven und Ausstellungen im In- und Ausland ins Repertoire eines Kinos der „Migrationsgeschichte“ aufgenommen.
Die feinen feindlichen institutionalisierten Trennungsgesten in der deutschen Ankommergesellschaft sind durch Aytens Filmarbeit spürbar und verständlich gemacht worden. Wenn Zugehörigkeit immer wieder eingefordert werden muss, schafft das Bedingungen, die sich in das Leben und die Körper der Akteurinnen und in die Themen der Filme einschleusen, und auch unweigerlich Einfluss aufs Filmemachen als Produktions- und Lebenskonzept ausüben. Ohne den kritischen Blick der Kultur kann man in keiner Gesellschaft intellektuell überleben, sagte sinngemäß Wolfgang Heise.
Eine OPEN CLASS mit Ayten in der HfG in Offenbach findet am Donnerstag, 12.11., von 10 bis 16 Uhr statt. Das offene Format richtet sich an alle Interessierten.
Hatice Ayten studierte Anfang der 1990er an der Gesamthochschule Essen Kommunikationsdesign mit Fokus auf Fotografie und Film. Auf ihre Kurzfilme Gülüzar (1994) und Ohneland (1995) folgten essayistische Dokumentarfilme für das ZDF und 3sat und Beiträge für ARTE-Themenabende: MENSCHEN AUF DER TREPPE (1999), WIE ZUCKER IM TEE (2001), MAHREM ÖFFNE DICH (2004), OUT OF ISTANBUL (2005, Felix Rexhausen Preis), in denen Ayten feministische Perspektiven in den türkisch-deutschen Verflechtungen zum Schwingen bringt.
Hatice Ayten arbeitet derzeit als Sozialpädagogin und macht einen Master in autobiografischem Schreiben an der Alice Salomon Hochschule Berlin.
Die Veranstaltung ist eine Kollaboration des Projekts The Past Is Not Another Country: Archive anders machen mit OPEN CLASS (HfG Offenbach, Film).