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30.09.2026 13:31:01
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Amt für multikulturelle Angelegenheiten
Am 30. September 2026 um 07:24
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04
Nov.

Workshops für pädagogische Fachkräfte: "Looks, Likes, Ideologie – Jungen im Fokus antidemokratischer Mobilisierung"

Mittwoch 14:30 Uhr - Mittwoch 19:00 Uhr
04
Nov.
, 14:30 Uhr - 19:00 Uhr
Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9
60311
Frankfurt am Main
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Symbolfoto mit Ausschnitt von Jugendlichem sitzend mit Blick auf ein Handy
Symbolfoto (© Pexels, planet-fox)

Maskulinistische Influencer und "Traditional Femininity"-Trends in sozialen Medien greifen viele Unsicherheiten und Fragen junger Menschen nach Identität und Zugehörigkeit auf. Sie bieten entlastende Erklärungen und Orientierung sowie Coachings und Produkttipps. Dabei werden oft beiläufig autoritäre und demokratiefeindliche Deutungsmuster vermittelt. Die Grenzen zwischen Lifestyle, Selbstoptimierung, Kommerz und Ideologie verschwimmen. Was macht diese Inhalte für Jugendliche attraktiv – und wie können pädagogische Fachkräfte ihnen begegnen? 

In dieser Fortbildung nehmen wir in den Blick, womit Heranwachsende in ihren digitalen Lebenswelten konfrontiert sind. Wir überlegen, welche Entwicklungen problematisch sind und welche Botschaften insbesondere Jungen ansprechen. In Workshops analysieren wir aktuelle Inhalte, Trends und Strategien in ihrer Wirkung. Die Teilnehmenden erhalten fachliche Impulse zu medial konstruierten Geschlechterrollen, demokratiegefährdenden Ideologien und zur pädagogischen Arbeit mit Jungen und Jugendlichen generell. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was brauchen pädagogische Fachkräfte, um demokratische Haltungen zu stärken, kritische Gespräche zu führen und Jugendliche wirksam zu begleiten?

Die Veranstaltung richtet sich an Personen, die in der formalen oder informellen Jugendbildung sowie in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind. Falls aus einer Anmeldung nicht klar hervorgeht, ob eine Person zu dieser Zielgruppe gehört, wird sie kontaktiert, um zu klären, ob eine Teilnahme möglich ist.

Ablauf:
14.30 Uhr: Anmeldung und Ankommen mit Kaffee und Tee
15.00 Uhr: Begrüßung mit interaktiver Erkundung von eigenen Bezügen und Vorwissen
15.30 Uhr: Parallele Workshops
18.00 Uhr: Moderierte Tischgespräche über Erkenntnisse aus den Workshops mit Imbiss
19.00 Uhr: Ende

Folgende Workshops stehen zur Auswahl:

Workshop 1: Taking the Red Pill? Antifeminismus auf Social Media verstehen und pädagogisch bearbeiten
Auf Social Media kommen Jugendliche – teils ungefragt – mit Inhalten in Kontakt, die ihre Vorstellungen von Geschlecht, Beziehungen und Gleichstellung prägen (wollen). Doch welche Inhalte sind das? Die Schnelllebigkeit und Individualisierung der Plattformen führen dazu, dass Fachkräfte mit vielen der dort verbreiteten Inhalte und Trends im Alltag kaum in Berührung kommen. Im Workshop werden in Kleingruppen Beispiele wie Incels, Tradwives und Alpha Males betrachtet. Es wird analysiert, welche Bildsprachen, Aufmerksamkeitsstrategien und welche Rollen- und Deutungsmuster dabei propagiert werden. Im Anschluss geht es um die Anwendung im pädagogischen Kontext. Wie können Gespräche gestalten werden? Was sind gute Fragen, und welche Methoden gibt es, um Antifeminismus sowie Misogynie und Queerfeindlichkeit zu thematisieren?

Leitung: Clara Fink, Arbeit und Leben Hessen – Projekt "Dialogisch.Demokratisch.Digital"

Workshop 2: Von Looksmaxxing zu Radikalisierung. Männlichkeit, Einsamkeit und die Suche nach Zugehörigkeit
Looksmaxxing, Fitness-Content und die Manosphere sind für viele Jungen und junge Männer zunächst Teil einer digitalen Welt aus Selbstoptimierung, Körper, Erfolg und Männlichkeit. Doch wann werden aus vermeintlich harmlosen Lifestyle-Inhalten problematische Männlichkeitsvorstellungen und demokratiefeindliche Ideologien? Der Workshop verbindet aktuelle Entwicklungen rund um Looksmaxxing und Manosphere mit Erkenntnissen aus der Männlichkeits- und Radikalisierungsforschung sowie Erfahrungen aus der Jungen- und Männerarbeit. Die Teilnehmenden setzen sich dabei mit den Ursprüngen eigener Männlichkeitsvorstellungen auseinander und reflektieren, welche Rolle diese für die pädagogische Arbeit spielen. Im Mittelpunkt steht dabei ein häufig unterschätzter Faktor: Einsamkeit. Wie können Fachkräfte problematische Entwicklungen frühzeitig erkennen? Wie kann man mit Jungen über Männlichkeit sprechen, ohne sie zu beschämen? Und wie können Alternativen zu den Zugehörigkeitsangeboten der Manosphere geschaffen werden?

Leitung: Zafer Cin, freiberuflicher Bildungsreferent

Workshop 3: Antidemokratische Mobilisierung? Manosphere zwischen Konsumtrend und Ideologie

Ob Pick-up-Artists, die Onlinekurse an den Mann bringen, Looksmaxxing-Influencer mit eigenen Produkten oder extremistische Accounts, die Propaganda verbreiten und Follower*innen mobilisieren – die Manosphere ist im Trend. Was verbindet viele dieser auf dem ersten Blick unterschiedlich ausgerichteten Accounts? In diesem Workshop geht es darum, welche Menschen- und Geschlechterbilder populäre Accounts verbreiten und welche Versprechen hinter ihren (Kauf-)Angeboten stecken. In einem weiteren Schritt wird analysiert, was sie mit autoritären Entwicklungen in unserer Gesellschaft zu tun haben. Wann wird es ideologisch? Welche Narrative sind erkennbar, und was kann man ihnen als Gesellschaft entgegensetzen?

Leitung: Referentin der DEXT-Fachstelle

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Online-Anmeldung auf der Website der Evangelischen Akademie Frankfurt ist erforderlich bis 28. Oktober 2026.

Referierende:

  • Clara Fink, Arbeit und Leben Hessen – Projekt "Dialogisch.Demokratisch.Digital"
  • Zafer Cin, freiberuflicher Bildungsreferent
  • Referentin einer DEXT-Fachstelle

Leitung:

  • Dr. Stina Kjellgren, Evangelische Akademie Frankfurt

Dier Veranstaltung findet statt in Kooperation des Amts für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt, Arbeit und Leben Hessen – Projekt "Dialogisch.Demokratisch.Digital", dem Arbeitskreis Gender der Evangelischen Akademie Frankfurt, der DEXT-Fachstelle des Landkreises Darmstadt-Dieburg, dem Kompetenzzentrum Transidentität und Diversität, dem Verein Vielbunt und dem Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung statt und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

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